become a better designer in 30 days - discover someone new

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discover someone new 

Als Graphic Designer ist es wichtig immer am Puls der Zeit zu sein, ständig Ideen zu haben und über die neuesten Trends bescheid zu wissen. 

Natürlich kann das auch sehr auslaugend sein und man hat nicht jeden Tag DIE bahnbrechende Idee, deshalb ist es wichtig inspiriert zu bleiben.

Oft schaffe ich das persönlich durch tiefgründige Gespräche mit Menschen, die mir wichtig sind oder beim Sport manchmal kommt eine Idee auch einfach ganz unvorhergesehen, aber trotzdem kommt es natürlich vor, das die bunte Welt in meinem Kopf vor mir verschlossen bleibt und ich mich wirklich anstrengen muss Ideen zu finden und mich inspirieren zu lassen.

Deshalb gehe ich gerne in Ausstellungen, Museen oder schau mir Dokumentationen über andere Künstler, Designer, Illustratoren oder Autoren an. So manche Wochenenden gingen dann schonmal drauf die neu entdecke Designerin oder den Autor dessen Dokumentation so inspirierend war, "kennen zu lernen". Ich verbringe dann wahnsinnig viele Stunden damit, so viel wie möglich über die Person an sich und deren Arbeit herauszufinden. Was macht sie auch, was macht seinen Schreibstil so einzigartig, könnte ich Elemente daraus in meiner Arbeit verwenden z.B. ein Zitat aus seinem neuen Buch oder die Farbpalette dieser großartigen Illustratorin. 

Einige diese neuen, tollen Designer und Illustratoren möchte ich euch heute gerne vorstellen:

MALIKA FAVRE

Malika ist eine französische Künstlerin/Illustratorin die aktuell in London lebt und arbeitet. Sie begeistert mit den leuchtenden, auffälligen Farben in ihren Illustrationen sowie das Verwenden von Schatten als künstlerisches Element, das ihren  Arbeiten mehr Tiefe und Ausdruck verleiht. Die Künstlerin durfte schon einige Covers für den New Yorker gestalten, was sozusagen den Designer-Olymp verkörpert.

Letztes Jahr durfte die Designerin sogar einige Illustrationen für das Wiener Museumsquartier gestalten. Seitdem zählt sie zu einer meiner liebsten und vorallem sympathischsten Vorbilder. 

 

STEVE SIMPSON

Steve verfolge ich nun schon seit sehr vielen Jahren und meistens mit Designvorbildern ist es bei mir so, das ich ihnen mit den Jahren entwachse und Inspiration und Vorbilder in anderen finde, aber Steve blieb mir die ganze Zeit über eine Konstante. Persönlich kenne ich ihn leider nicht, obwohl er vor einem Jahr in Wien einer Illustrations-Workshop gab, den ich wahnsinnig gerne besucht hätte. 

Mit seinen Arbeiten bin ich damals über einen Design blog das erste mal in Berührung bekommen, es war ein Verpackungsdesign das er mit gestaltete. Speziell das Design der QR-Codes fand ich persönlich unheimlich kreativ - damals hatte ich selbst keine Ahnung von Verpackungsdesign und fand diese Idee einfach revolutionär. 

Was ihn meiner Meinung nach auszeichnet, ist definitiv die Wahl der Farbpaletten. Ich könnte allein anhand der Farben sagen, welches der Designs von ihm ist. Spannend finde ich zudem, das er seinen Illustrationen mit diversen Techniken mehr Textur verleiht - so wirken sie, als würden sie schon ewig existieren. Ein weiteres, wichtiges Designelement, das Steves Illustrationsstil beschreibt ist Typographie. In jedem seiner Werke findet man zumindest ein handgezeichnetes Schriftelement, das den handgemachten Stil, den seine Illustrationen an den Tag legen, noch mehr unterstreichen.

Für alle die sich durch Farbpaletten als auch die perfekte Komposition von diversen Elementen inspirieren lassen können, kann ich Steves Seite sehr empfehlen. 

 

SEB LESTER

Wer von Seb Lester noch nichts gehört hat, hat offenbar keine funktionierende Internetverbindung. Der Graphic Designer aus London hat schon für NASA, Nike, Apple, Intel, The New York Times sowie British Airways als auch H&M (und viele mehr) gearbeitet. Am wohl bekanntesten ist Seb Lester wohl jedoch für seine kurzen Video Tutorials auf Instagram. Mit 1,1 Millionen Abonnenten ist er einer der gefragtesten Handlettering Künstler auf der Social Media Plattform und erfreut sich täglich über mehrere tausend Views. Sein Stil ist definitiv stark vom lateinische Alphabeth geprägt und strahlt in seiner klassisch, geschwungenen aber oft auch geradlinig, geometrischen Form im Internet mit anderen Lettering-Künstlern um die Wette.  

 

JESSICA HISCHE

Jessica Hische ist Graphic Designer und Illustratorin ursprünglich aus Charlston, Kalifornia, lebt aber derzeit in San Francisco. Die humorvolle Designerin wurde unter anderem sehr bekannt für ihre privaten Projekte wie zum Beispiel The Daily Dropcap, an dem sie jeden Tag abends bis spät in die Nacht gearbeitet hat (trotz Vollzeitjob). Ihr berühmtes Zitat "the work you do while you procastinate, should probably be the work you should do for the rest of your life" ging in die Graphic Design Geschichte ein und viele nahmen sich diese Worte, genau wie sie selbst, zu Herzen und verfolgte ihren Lebenstraum. Heute führt sie gemeinsam mit einem ebenso talentierten Designkollegen Erik Marinovich ein kleines Designstudio in San Francisco namens Title Case  wo sie oft Lettering-Workshops veranstalten. 

CHRISTOPH NIEMANN

Christoph Niemann ist ein deutscher Illustrator und Künstler, der mit seinen Arbeiten schon viele zum Lachen aber auch zum Nachdenken gebracht hat. Der Künstler und Autor diverser Bücher ist ein sehr reflektierter aber auch organisierter Mensch. Wenn er über die vielen kleinen Alltagskämpfe spricht, die man als Designer täglich bewältigen muss ("Ist meine Arbeit gut genug?", "Kommt die Botschaft bei den Lesern an?", "Interessiert das überhaupt irgendjemanden?" und "Ich habe Angst, dass das meine letzte großartige Idee war") sympathisiert man mit dem Deutschen und fühlt sich sehr mit ihm verbunden. 

Der Illustrator durfte im Laufe seiner Karriere schon mit den ganz Großen wie zum Beispiel The New Yorker, The New York Times Magazin sowie WIRED zusammenarbeiten und wurde 2010 in die Hall of Fame des Art Directors Club augenommen und er war Teil einer großartigen Kreativ-Dokureihe namens "Abstrakt" auf Netflix. (hier kommt ihr direkt zur Folge).

Grundsätzlich lässt sich seine Arbeit nur mit einem Wort beschreiben: zeitlos. Christoph verfügt über ein sehr breit gefächertes Spektrum an Illustrationsstilen. Eines haben seine Illustrationen aber gemeinsam: alle regen zum Nachdenken an - egal ob politisch oder ob sie einen einfach nur zum Lachen bringen. Eine seiner größten Herausforderungen bisher war es das Cover vom New Yorker zu gestalten. Der New Yorker ist bisher das einzige Magazin, das ausschließlich mit dem Logo und der Illustration am Cover arbeitet, deshalb ist es wichtig mit dem Artwork auch eine Botschaft zu vermitteln, die sowohl inhaltlich zur Ausgabe passt, als auch Sozialkritisch und schnell zu verstehen ist. Christoph Niemann kann stolz auf sich sein, denn dieser Aufgabe wurde er nicht nur mehrmal gerecht, sondern konnte das graphische Problem jedesmal mit Bravur und unter Staunen der Leser meistern. 

 

Ich hoffe dieser kleine Auszug meiner Designidole hat euch dazu bewegt, neue, kreative Menschen zu entdecken. Das spannende daran ist, das man sich sicher sein kann jedes einzelne Mal etwas dazuzulernen.